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Autor: Karlheinz Weißmann

Verlag: Junge Freiheit

Seitenzahl: 172

  • Preisca. 25 €

Martin Luther für junge Leser – Prophet der Deutschen

Der Autor des Buches „Martin Luther für junge Leser“ ist Karlheinz Weißmann, geboren 1959 in Northeim. Er studierte Geschichtswissenschaft und Evangelische Theologie in Göttingen und wurde 1989 promoviert. Seit 1983 ist er im höheren Schuldienst von Niedersachsen tätig. Zudem schrieb er für einige Zeitungen wie: Frankfurter Allgemeine, Die Welt, Der Rheinische Merkur, Das Parlament und Die Tagespost, als auch für einige Zeitschriften. Seit einigen Jahren schreibt er auch für die Junge Freiheit.

Weißmann gilt in der Extremismusforschung als einflussreicher Hauptvertreter der deutschen Neuen Rechten.

So schrieb nun Weißmann ein Buch für junge Leser über das Leben und Wirken Martin Luthers. Es beginnt damit dass es vor einigen Jahren beim ZDF einen Wettbewerb gegeben hatte mit der Frage: „Wer ist der größte Deutsche?“ Nach einigen Aufzählungen deutscher Berühmtheiten, war das überraschende Ergebnis auf Platz 2: „Martin Luther“. Martin Luther, der seinen Weg sehr entschlossen ging ohne Furcht, der sich nicht darum scherte, was die Leute sagten oder was die Mächtigen wünschten. Luther war nicht nur Mönch, Ketzer, Rebell, Reformator. So mancher sieht ihn auch als Nationalhelden und als großen Deutschen. Martin Luther war ein ehrlicher und unerschrockener Mann. Er sagte, was er dachte und kritisierte die damalige Kirche. Ihm ging es in der Kirche/im Glauben vor allem um die Gnade Gottes.

Die gemalten Bilder vom Illustrator würden mir auf jeden Fall noch besser gefallen, wenn einige davon nicht so nationalistisch dargestellt wären.

Beim Lesen fiel mir auf, dass das Buch vom Schreibstil her, so geschrieben ist, dass es glaube ich, für zu junge Leser nicht unbedingt geeignet wäre. Manche Sätze waren mir zu lang, sodass ich zurückverfolgen musste, um was es am Anfang des jeweiligen Satzes eigentlich ging. Was mir in diesem Buch gefällt, ich bekam einen umfangreichen Eindruck über die Geschichte zu Luthers Zeiten und Wirken. Wenn diese Zeiten auch hier mir etwas zu wenig objektiv dargestellt sind, was bestimmt ganz gewiss nicht immer so wundervoll war.

Schon im Titel vom Buch fragte ich mich: „Wieso gilt Luther als Prophet der Deutschen?“ und „Luther als Nationalheld?“ Das ist mir persönlich zu einseitig. Als hätten wir Luther in Deutschland nur für uns gepachtet. Er hat ja nicht nur in Deutschland Veränderung gebracht, sondern auch darüber hinaus. Vor kurzem war im Tagesspiegel von Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann ein Interview zu lesen: „Der Nationalheld gehört ad acta gelegt. Die Zeit, in der Luther dazu stilisiert wurde, ist das frühe 19. Jahrhundert, die Ära der Befreiungskriege. Er wurde als Teil der antinapoleonischen Mobilmachung benutzt. Für Luthers Verhältnis zum sogenannten Volk ist einerseits charakteristisch, dass er bis zu seinem Tod ein genaues Ohr dafür besaß, wie sich die Leute ausdrücken, wie die Mutter zum Kind, wie die Marktfrau, wie der Bauer auf dem Feld spricht. Er hat die Menschen erreicht, weil er ihre Sprache sprach. Andererseits war Luther politisch in einer Ordnungswelt beheimatet, die durch drei Stände gekennzeichnet war: Den Lehrstand, also die Geistlichkeit, den Wehrstand als politische Führungsschicht, sprich den Adel, und den Nährstand, Bauern, Handwerker und den Rest der Bevölkerung. Diese Sozialstruktur war für Luther durch die Schöpfung eingerichtet worden, dagegen aufzubegehren war für ihn unvorstellbar.“


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